Die Bibel neu entdecken

Die Bibel neu entdecken, Teil II:

«Was ist denn nun das Wort Gottes an den biblischen Geschichten, wenn diese doch von Menschen «geschrieben» worden sind?»

Ich konnte die Frage nach dem Referat über die Entstehung des Alten Testamentes so schnell nicht beantworten, wie ich gewollt hätte.

Erst nachher fiel mir die Weihnachtsbotschaft des Johannes-Evangeliums dazu ein: « Das Wort ward Fleisch.» Das heisst auch: Man kann es jetzt nicht mehr unterscheiden.

Die Frage könnte auch lauten: «Wie kommen wir überhaupt darauf, von Gott zu reden, ausser, weil in der Bibel von ihm geschrieben steht?»

Wir nehmen ihn an seinen Wirkungen wahr. Das ist jedenfalls unser Glaube. Und so deuteten die Erzähler des Alten Testamentes gewisse Ereignisse.

Im besonderen gibt es Menschen, die von Gott bewegt sind, so, dass sie in seinem Sinn und Geist handeln.

Am deutlichsten war das bei Jesus der Fall. Das ist speziell der Glaube von uns Christen. Jedenfalls haben die Jünger Beispiele aus seinem Leben so erzählt, dass das zum Ausdruck kommt. siehe auch kirchliche-kunst.de

Aber eigentlich hat es zu allen Zeiten Menschen gegeben, die stärker als andere von Gottes Geist bewegt waren.

Die Propheten des Alten Testamentes zum Beispiel, oder eben: die Erzähler der biblischen Geschichten.

Was sie uns zu sagen haben, ist ihnen nicht vom Himmel diktiert worden. Es ist Deutung von Erlebtem aus ihrem Glauben heraus. Auch wenn es ein Traum war, den sie gehabt hatten.

Wie zum Beispiel bei Jeremiah, der erzählt, dass da Gott zu ihm geredet und ihn geheissen habe: «Geh, sag dem König, er solle sich den Babyloniern ergeben.» Nur dass es dann noch andere Propheten gab. Die rieten genau das Gegenteil. Sie waren am Tempel angestellt, um die Herrschenden in ihrem Tun zu bestätigen.

Das heisst: Es erhob sich immer auch die Frage, wer sich denn zu Recht auf Gott berufen könne und wer nicht.

Beziehungsweise, wie denn die Auswahl der Geschichten zustandegekommen sei, die in der Bibel stehen.

Ich selber glaube, dass Gottes Geist nicht nur seine eigene Identität hat, sondern auch die Kraft, sich selber durchzusetzen. Für mich weht er zwischen den Zeilen der Bibel. Danach beurteile ich die Geschichten und was ich von anderen Menschen gesagt bekomme.

Was sich mir daraus ergibt, ist für mich das Wort Gottes, aber dieses nicht eins zu eins, sondern eben: in der Form des Glaubens und deshalb auch nur annäherungsweise und verwechselbar. Anders können wir es nicht haben.

Das heisst: Es fällt mir, wenn ich handeln soll, manchmal schwer, zu entscheiden, was eher im Sinn und Geist Gottes wäre und was weniger.

Der zweite Teil des Bibelseminars handelt vom Neuen Testament. Wenn es Sie interessiert, können Sie sich die dafür reservierten Termine merken. Es sind dies der 26. August, der 9./ 16. und 23. September, der 21. und 28. Oktober und der 4. November 2003.

In der Zwischenzeit läuft die Abschrift der Bibel weiter. Sie bringt uns leibhaftig mit den Texten des Alten und des Neuen Testamentes in Berührung.

Wenn Sie in unserer Kirchgemeinde tätig sind, werden Sie bei Gelegenheit angefragt, ob Sie auch einen Abschnitt übernehmen würden.

Die beschriebenen Seiten werden dann in einem Buch zusammengefasst, gebunden und in der Kirche zur Benutzung aufgelegt.